Wie das Schweizer Fachmagazin Baublatt berichtete, entwickelte die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL zusammen mit der Geobrugg AG ein Hochleistungsschutznetzgegen Steinschlag entwickelt.
Im Steinbruch oberhalb von Walenstadt donnerte Anfang Oktober ein 20 Tonnen schwerer Betonbrocken in die Tiefe – und wurde mit dem Steinschlag-Schutznetz aufgefangen. Damit stellte die Eidgenössische Forschungsanstalt WSL gemeinsam mit der Geobrugg AG einen Weltrekord auf.
Mit einer Geschwindigkeit von 103 Stundenkilometern raste der „Testfelsen“ aus einer Höhe von 42 Metern in das neuentwickelte, flexibel installierte Hochleistungsschutznetz.
Der Rekord wurde im Zusammenhang mit einem Test aufgestellt: Die Firma Geobrugg AG überprüfte ihr neu entwickeltes Hochleistungsschutznetz und die WSL testete ihre Messausrüstung, wie Erhebungsgeräte für Kraftmessungen an Seilen und Hochgeschwindigkeitskameras, die bis zu 250 Bilder pro Sekunde schiessen. Die Aufprallenergie des Zwanzigtonnenbrocken lag bei 8.000 Kilojoule. Damit wurde die bisherige Leistungsgrenze für flexible Hochleistungs-Steinschlag-Barrieren von 5.000 Kilojoule um 60 Prozent übertroffen.
Der Rekord fand in der Testanlage bei Walenstadt statt, die von der Forschungsanstalt WSL zusammen mit der Geobrugg AG Geohazard Solutions betrieben wird.
Die in Walenstadt getesteten Netze sind bei gleicher Leistung einiges weniger schwer als fest installierte Bauwerke, wie zum Beispiel massive Stahlbetonbauten. Ausserdem lassen sie sich einfacher installieren und sind damit auch kostengünstiger.
Bei der überprüften Steinschlag-Barriere handelte es sich um einen Schutz, der aus zusammenhängenden Drahtringnetzen besteht, die im Hang mittels Stahlseilen und -stützen aufgespannt werden. In den Seilen integrierte, speziell entwickelte Bremselemente „vernichten“ die Einschlagenergie durch plastische Verformung.
Die WSL erforscht seit 1999 experimentell und rechnerisch das dynamische Tragverhalten flexibler Steinschlag-Schutzkonstruktionen. Seit Herbst 2010 als erste Prüfstelle für Steinschlagschutznetze mit eigener Testanlage und ist von der EU anerkannt.
(mai/mgt)