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Das DLS-Löschverfahren ist sicher

Untersuchung der vfdb zur Sicherheit des Einsatzes von Druckluftschaum (DLS) im Innenangriff

Zwei Feuerwehrleute der Feuerwehr Tübingen verunglückten im Dezember 2005 bei einem Einsatz tödlich.
Bei Löscharbeiten mit Druckluftschaum (DLS) im Dachgeschoss eines Fachwerkhauses, kam es eine Etage tiefer zu Rückzündungen, die dem Trupp dem Rückweg versperrten. Aufgrund eines Schlauchplatzers hatten die beiden Feuerwehrleute auch kein Löschmittel mehr am Strahlrohr. Daraufhin hatte das baden-württembergische Innenministerium – als erste Reaktion und aus Gründen der Fürsorge – einen Warnhinweis zur Anwendung von Druckluftschaum im Innenangriff herausgegeben.
Der ENTWURF des Technischen Berichts „Druckluftschaum (DLS)“ wurde vom Referat 5 „Brandbekämpfung – Gefahrenabwehr“ des Technisch-Wissenschaftlichen Beirates (TWB) der Vereinigung zur Förderung des deutschen Brandschutzes (vfdb) unter Mitwirkung weiterer, externer Brandschutzexperten erarbeitet. Er befasst sich mit der Erzeugung, mit der Wirkungsweise und mit der Anwendung des Druckluftschaum-Löschverfahrens (DLS), auch CAFS (Compressed-Air-Foam-System) genannt.
Die Todesfälle beim Tübinger Brand im Dezember 2005 sind nachweislich nicht auf die Verwendung von DLS zurückzuführen, sondern wurden durch eine Verkettung unglücklicher Umstände verursacht. Um dem Sicherheitsbedürfnis der Anwender Genüge zu tun, erhielt die Forschungsstelle für Brandschutztechnik vom AFKzV den Auftrag, die thermische Belastbarkeit von DLS führenden Feuerwehrschläuchen zu untersuchen.
Von der vfdb erhielt sie den Folgeauftrag, auch höherwertige Schläuche in diese Untersuchung einzubeziehen. Die Ergebnisse belegen, dass DLS führende Schläuche den im Einsatz auftretenden Anforderungen genügen, dass solche der Klassen 1 und 2 nach DIN 14811 sich bei Kontakt mit heißem Brandschutt sogar als haltbarer erweisen als Wasser führende Schläuche. Feuerwehren der Bundesländer Bayern, Berlin und Hessen, unterstützt durch das bayerische Innenministerium und den GUVV Bayern, erarbeiteten eine vergleichende Risikoanalyse, in der festgestellt wird, dass beim Löschen mit DLS für die Einsatzkräfte kein erhöhtes Gefährdungspotential besteht.
Der TWB legt in diesem Bericht dar, dass das DLS-Löschverfahren eine angemessene und erfolgversprechende Methode ist, um Brände im Außen- und im Innenangriff zu bekämpfen – besonders wenn sie problematisches Brandgut enthalten. Der Bericht zeigt, dass das DLS-Löschverfahren unter den üblichen Einsatzbedingungen sicher ist. Für den Feuerwehreinsatz ergeben sich aus dem Bericht folgende Schlussfolgerungen:
1. Aus- und Weiterbildung: Bei der persönlichen Schutzausrüstung und der verfügbaren Feuerwehrtechnik besteht derzeit nur ein geringer Handlungsbedarf. Das zentrale Thema ist und bleibt die Aus- und Weiterbildung der Einsatzkräfte: „Gefahren müssen erkannt und Gegenmaßnahmen rechtzeitig eingeleitet werden!“
2. Einsatztaktik: Die Brandbekämpfung in Gebäuden stellt eine erhebliche Gefährdung der Einsatzkräfte dar. Die Orientierung der eingesetzten Kräfte im Gebäude muss sichergestellt sein. Dies lässt sich insbesondere durch die konsequente Verwendung einer Wärmebildkamera erreichen. Darüber hinaus sind Abluftöffnungen zu schaffen – gleichzeitig mit dem Innenangriff, um heißen Brandrauch abführen zu können. Zur raschen Ventilation des Objektes ist anschließend eine Überdruckbelüftung sinnvoll.
3. Einsatzkommunikation: Zumindest während des Innenangriffs muss Kommunikation nach außen störungs- und unterbrechungsfrei stattfinden können. Die alleinige Abfrage des Restdruckes in den Atemluftgeräten stellt keine ausreichende Überwachung des Atemschutzeinsatzes dar — und widerspricht der Feuerwehr-Dienstvorschrift [36]! Auch die Position und die vorgefundene Einsatzlage des Angriffstrupps müssen zwingend nach außen mitgeteilt werden. Nur so ist es möglich, eine Notsituation rechtzeitig zu erkennen und geeignete Rettungsmaßnahmen einzuleiten.
4. Dreimann-Trupp: Der Angriffstrupp sollte entsprechend der Lage aus mehr als zwei Einsatzkräften bestehen. Bei einem Dreimann-Trupp stehen dann zwei Mann für die Brandbekämpfung und einer für Orientierung, Kommunikation und Kontrolle (innere Atemschutzüberwachung) zur Verfügung. Während einer Personenrettung ist der dritte Mann in der Lage, den Trupp mit dem Strahlrohr abzusichern. Es ist ernsthaft über die Funktion eines „safety-officer” nachzudenken, der sich während eines Einsatzes von Atemschutzgeräteträgern voll und ganz auf deren Sicherheit konzentrieren kann und mit dem ein ständiger Informationsaustausch stattfinden soll.
5. Rückzugsweg: Die Unterbrechung der Löschmittelzufuhr ist insbesondere dann für die Einsatzkräfte lebensbedrohlich, wenn gleichzeitig der Rückzugsweg blockiert ist. Deshalb ist taktisch unbedingt darauf zu achten, dass den Einsatzkräften immer eine gesicherte Rückzugsmöglichkeit zur Verfügung steht. 6. Zweiter Rettungsweg: Ein Rettungstrupp – geschult im Notfalltraining – hat mit Ausrüstung zum sofortigen Einsatz bereitzustehen. Dazu gehört auch ausreichend Reserveschlauchmaterial. Wenn Einsatzkräfte in den oberen Geschossen eines Gebäudes arbeiten, ist ein zweiter Rettungsweg für den eingesetzten Trupp über tragbare Leitern oder über eine Drehleiter sicherzustellen. Grundsätzlich ist die Möglichkeit der Unterbrechung der Löschmittelzufuhr an jeder Einsatzstelle gegeben durch: + Ausfall des Löschwasserbehälters des Fahrzeuges oder der Hydrantenversorgung; + Ausfall der Feuerlöschkreiselpumpe; + Ausfall der Brandstellenleitung durch versehentliches Abdrehen am Verteiler; + mechanisch und/oder thermisch bedingte Unterbrechung der Brandstellenleitung. Einsatztaktisch ist daher eine Unterbrechung der Löschmittelzufuhr zu Brandstellen unbedingt zu berücksichtigen und geeignete Ersatzmaßnahmen zu ergreifen. Empfehlung Um bei Druckschläuchen mechanisch und thermisch eine höhere Haltbarkeit zu erreichen, sollte bei einem Innenangriff – egal welches Löschmittel eingesetzt wird – Schlauchmaterial nach DIN 14811, Klasse 2 verwendet werden. Die Gewichtserhöhung der leeren Schläuche (knapp 1 kg pro C42-15-Schlauch) wird beim Einsatz von DLS durch eine Gewichtsreduzierung von über 6 kg mehr als wettgemacht. (gekürzte Fassung)
Der ausführliche Bericht des ENTWURFS ist auf der Homepage der vfdb nachzulesen: 
http://www.vfdb.de/download/vfdbTBDLSEntwurt.pdf

 

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