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Europäisches Normungsprojekt

15. Februar 2010

Feuerwehrhelme für spezielle Einsatzzwecke sollen Norm erhalten

Der „Universalhelm“ im Feuerwehreinsatz stößt an seine Grenzen. Immer häufiger fordern Kritiker, den Einsatz von Helmen für den jeweiligen Einsatzzweck. Der Arbeitskreis „Feuerwehrhelme“ im Normungsausschuss befasst sich nun innerhalb der EU auf Grundlage im CEN /TC 158 (Kopfschutz), mit der Erarbeitung einer neuen europäischen Norm für Feuerwehrhelme, die speziell für den Außeneinsatz vorgesehen sind. Hier ist auch Ihre Mitarbeit gefragt.

Im CEN /TC 158 (Kopfschutz) wurde mit der Arbeit an einem neuen europäischen Normungsprojekt Feuerwehrhelm für den Außeneinsatz (en: Helmets for outdoor-firefighter and technical rescue helmets) begonnen.
Zur Erläuterung der Hintergründe zunächst eine kurze historische Rückschau zur europäischen Feuerwehrhelmnormung:
Seit dem Beginn der europäischen Feuerwehrhelmnormung Ende der 1980er Jahre ist mit der Europäischen Norm DIN EN 443 (aktuelle Ausgabe Juni 2008) das Ziel verfolgt worden, einen Feuerwehrhelm für die Brandbekämpfung in Gebäuden und anderen baulichen Anlagen zu beschreiben. Der Helm muss dabei die Grundsätze der EG-Baumusterprüfung nach der EG-Richtlinie 89/686/EWG für persönliche Schutzausrüstungen (PSA-Richtlinie) und auch die Mindestanforderungen der mit der PSA-Richtlinie harmonisierten DIN EN 443 erfüllen.

Erste Ergebnisse
In der auf Grund schwieriger Abstimmungsprozesse siebenjährigen Entwicklungszeit der aktuellen Normausgabe von DIN EN 443 konnten u. a. folgende Ergebnisse erzielt werden:
1) Begriffe und Systematiken des Helmaufbaues und der Helmbeschreibung wurden neu gefasst: - Helmtypen A (Mindestschutz) und B; - Einführung von Schutzzonen 1a, 1b , 2, 3a, 3b.
2) Auf Gefährdungsbeurteilungen abgestimmte Aufnahme von Prüfverfahren, die insbesondere die thermischen Anforderungen verbessern sollten durch:
- eine Beflammungsprüfung (flame-engulfment-test) in einer Stichflammensituation von 10 s bei einer Temperatur von 950 °C;
- eine Strahlungswärmeprüfung mit den tatsächlich bekannten Wärmeströmen mit 14 kW/m2 über eine Dauer von 480 s.

Unterschiedliche Gefährdungen
Nach der Neuausgabe von DIN EN 443 bieten die Hersteller entsprechend der neuen DIN EN 443 zugelassene und zertifizierte Produkte an. Die Zielsetzung einen Feuerwehrhelm im wesentlichen für den Inneneinsatz zu normen, brachte jedoch auch Probleme in der Auslegung der Ergebnisse von Gefährdungsbeurteilungen mit sich. Je nach Aufgabenstellung ergeben sich unterschiedliche Gefährdungen, Gefährdungsgrade und die daraus zwangsläufig resultierenden Schutzanforderungen. Die Folge kann sein, dass ein „nicht angepasster übermäßiger Schutz“ zur Verfügung gestellt wird, der andere Nachteile z. B. im Tragekomfort oder im Kostenbudget mit sich bringt. Daher erscheint für viele europäische Feuerwehren die Notwendigkeit zu bestehen, einen Feuerwehrhelm für den Außeneinsatz (z. B. für technische Rettungseinsätze oder für die Flächenbrandbekämpfung) zu normen.
Dieser Wunsch erwächst aus den Erkenntnissen zu aktuellen Gefährdungsbeurteilungen, die nach Lösungen zwischen dem Schutz vor definierten Gefahren des Außeneinsatzes und dem maximalen Tragekomfort streben.

Norm für Outdoorhelm?
Der Helm nach DIN EN 443:2008-06 erscheint für die Anwendung im Außeneinsatz gerade im Tragekomfort nicht praxisgerecht zu sein. Es ist zu erkennen, dass der Grundgedanke zu einem „Universalfeuerwehrhelm“, der nach den Bedürfnissen des Anwenders unter Beachtung der DIN EN 443 ausgelegt sein sollte, auf Grenzen stößt. Die Grenzen sind in der Anwendung zu sehen, denn Schutzausrüstung bedarf häufig der nach Aufgaben angepassten Schutzfunktion und der Beachtung von ergonomischer Optimierung. Da einige Länder derartige „Outdoor-Feuerwehrhelme“ verwenden, wurde auf dieser Grundlage im CEN /TC 158 (Kopfschutz) die Erarbeitung einer neuen europäischen Norm für Feuerwehrhelme für den Außeneinsatz beschlossen. Um eine breitgefächerte deutsche Meinung zu der Thematik „Feuerwehrhelm für den Außeneinsatz“ in der europäischen Normungsarbeit einbringen zu können, sind die Erfahrungen der Anwender von großer Bedeutung. Erfahrungshinweise sind daher ausdrücklich erwünscht, unter anderem zu folgenden Fragestellungen:
- Welchen Minimalschutz sollte ein Feuerwehrhelm für den Außeneinsatz erfüllen? Hier sind Ergebnisse von Gefährdungsbeurteilungen als Anhaltspunkt hilfreich.
- Sind die hohen thermischen Anforderungen genauso zu erfüllen wie in der jetzigen DIN EN 443 beschrieben?
- Sollten NFPA Standards (NFPA 1971 Edition 2000), z. B. retroreflektierendes Material am Helm, übernommen werden?
- Welche Komforteigenschaften sind praxistauglich? Sind z. B. Helmschalen mit großen Flächenanteilen an Belüftungsöffnungen denkbar? Oder sind Ventilationsöffnungen wie im australischen Standard AN/NZS 1801:1997 gänzlich auszuschließen?
- Welche Masse (Gewicht) sollte nicht überschritten werden? 400 g ohne Zubehörteile wird im australischen Standard AN/NZS 1801:1997 ausgewiesen.
- Sollten sonstige Belange Berücksichtigung finden?

Mitarbeit ist gefragt
Teilen Sie Ihre Anwendermeinung über die Geschäftsstelle des Normenausschusses Feuerwehrwesen (FNFW) im DIN Deutsches Institut für Normung e.V. per E-Mail an fnfw@din.de (Postanschrift: Burggrafenstr. 6, 10787 Berlin) mit. Der Arbeitskreis „Feuerwehrhelme“ im NA 031-04-03 AA wird die Hinweise gerne bearbeiten. Dipl.-Ing. OBR Gottfried Wingler-Scholz Feuerwehr und Rettungsdienst Stadt Bochum Federführender des Arbeitskreises “Feuerwehrhelme” im NA 031-04-03 AA Member of CEN/TC 158/WG 3 Firefighting helmets”

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