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Neue Wache in Dortmund–Hörde

In nur einem Jahr Bauzeit entstand im Dortmunder Süden eine der modernsten Feuer- und Rettungswachen Deutschlands.

Fast 50 Jahre lang befand sich die Wache 4 der Berufsfeuerwehr Dortmund in der Wellinghofer Straße 156-158, im Stadtteil Hörde. In der größeren Liegenschaft der Feuerwehr waren neben dem Löschzug auch Schlauchwäsche und Feuerlöscher-werkstatt beheimatet. Ferner fanden dort die Ausbildung der Nachwuchskräfte sowie die der Rettungsassistenten/Innen statt. Erbaut in den 1960er-Jahren ist sie die letzte der „alten“ Wachen, die den Brandschutz im bergigen und waldreichen Süden der Stadt abdeckte. Weithin war der Schlauchturm sichtbar, an dem ganze Generationen von Bewerbern ihre Schwindelfreiheit beim körperlichen Eignungstest unter Beweis stellen mussten. Das Ende der Wache 4 wurde bereits im Jahr 2005 beschlossen worden, der Ratsbeschluss zum Neubau erging dann 2008. Seit Anfang dieses Jahres hat sie ausgedient, an ihre Stelle trat im Januar ein neues Gebäude, das nicht nur eine ungewöhnliche Optik zu bieten hat.

PPP-Projekt
Doch das wohl Außergewöhnliche an diesem Projekt ist die Art der Finanzierung. „Public Private Partnership“ heißt das Zauberwort, was folgendes bedeutet: Planung, Bauausführung und Instandhaltung liegt in den Händen eines privaten Investors, die Stadt Dortmund tritt in diesem Fall lediglich als Mieter auf – für die nächsten 30 Jahre. Dann geht die Feuerwache in den Besitz der Stadt über. In dieser Zeit ist der Investor für die Instandhaltung des Gebäudes verantwortlich (nicht für alle Bereiche, aber für die meisten). Planung und Bauausführung oblag der Firma Derwald GmbH & Co KG, einem in Dortmund ansässigen mittelständischen Unternehmen. Zusammen mit der Fa. Frauenrath BauConcept GmbH aus Heinsberg/Rheinland bildet sie die Objektgesellschaft, die für die Unterhaltung der Feuerwache 4 zuständig ist. Erfahrungen mit dem Bau von Feuer- und Rettungswachen konnte die Firma Derwald bereits vor einigen Jahren sammeln, als sie den Rohbau der Wache 8 in Do.- Eichlinghofen erstellte. Dieses Mal war jedoch einiges anders.
Nach Auskunft der BF Dortmund handelt es sich um das erste PPP-Projekt bei einer Feuer- und Rettungswache. Dipl.- Ing. Thomas Pape, einer der Geschäftsführer bei Derwald und Objektleiter beim Bau der neuen FW 4 kann den Stolz in seiner Stimme nicht verbergen, wenn er über den Bauverlauf und das Ergebnis spricht. Unisono mit der Bauabteilung der BF Dortmund äußert er sich zufrieden mit der planmäßigen Fertigstellung der Wache in nur einem Jahr. Ins Schwärmen gerät Pape förmlich, wenn er über die Details seines Projekts erzählt. Neben der Funktionalität wurde ein besonderes Augenmerk auf das Design des Gebäudes gelegt. Eine Kombination aus modernen Farben, überwiegend grau mit roten Akzenten verleihen der Wache ein modernes und progressives und damit zeitgenössisches Erscheinungsbild.
Was der Bürger von außen jedoch nicht auf Anhieb sieht, sind die vielen baulichen Maßnahmen im Inneren, die die Arbeitsbedingungen der Feuerwehrleute so angenehm wie möglich machen sollen. Auch innen herrschen freundliche Farben vor. Ein sehr wichtiger Punkt ist die Trennung des Ruhetrakts von den restlichen Sozialräumen. Alle Ruheräume sind als Einzelruheräume ausgelegt. Die Ruheräume werden im Alarmfall selektiv (fahrzeugspezifisch) angesteuert, was bedeutet, dass nur die Kräfte alarmiert werden, die für einen Einsatz vorgesehen sind. Die Dreifachverglasung des Wachgebäudes sorgt darüber hinaus für Schallschutz. Schiebeschlagläden aus Aluminium verleihen dem Wachgebäude zudem ein mediterranes Flair.
Ein weiterer positiver Punkt ist sicherlich auch die Schwarz-Weiß-Bereichstrennung für die Einsatzkleidung. Die Hanglage der Wache erwies sich als sehr positiv. Unter der Hauptremise konnte dadurch die zentrale Schlauchwäsche der Feuerwehr Dortmund untergebracht werden. Unter der zweiten Remise befinden sich mehrere Garagen und Lagermöglichkeiten für diverse Schutzkleidungen. Separat steht ein weiteres Gebäude, in dem sich die zentrale Desinfektion der Stadt Dortmund befindet. Hier werden auch die Fahrzeuge des Rettungsdienstes und des Krankentransportes desinfiziert. Ferner ist in diesem Gebäudeteil die Medizintechnik untergebracht. Hier wird sämtliches Verbrauchsmaterial des Rettungsdienstes Dortmund (dazu zählen auch die Hilfsorganisationen JUH, DRK, ASB und Malteser) gelagert. Ferner werden hier alle medizinischen Geräte des Rettungsdienstes Dortmund gewartet. Auf der neuen Feuerwache 4 sind derzeit der Löschzug mit drei Fahrzeugen – zwei LF 16/12 + DLK – sowie das Einsatzleitfahrzeug, die Höhenretter, der RTW, ein KTW zum Transport adipöser Patienten (alle Hauptremise) und Werkstätten untergebrachte. In der zweiten Remise sind die Schlauchwäsche und die Feuerlöscherwerkstatt untergebracht. Hier stehen auch das WLF mit den AB Tank/Wasser/Schaum, ein Löschfahrzeug-Logistik der FF (LZ 15 übergangsweise), ein I-KTW und ein Allrad-KTW. Das Ausbildungszentrum verbleibt bis zum Herbst in der alten Wache 4 und wird dann zur Wache 2 in Do.-Eving ziehen. Dort wird derzeit ein komplett neues Ausbildungszentrum gebaut (wir werden darüber berichten).

Optische Attraktion
Optisches Highlight ist zweifelsohne der beleuchtete Schlauchturm, der seine Farbe je nach Status des Löschzugs wechseln kann. Befindet sich der Löschzug in der Wache, leuchte der Turm grün, bei Alarm rot, nach dem Ausrücken einige Zeit später dann blau. Ausgelöst wird der Farbwechsel durch den Wachalarm. Der Wechsel der Farben geschieht in einer zeitlichen Abfolge. Es ist also nicht so, dass der Farbwechsel durch das Drücken des jeweiligen Status in das Funkgerät eingeleitet wird. Die Farbfolge trifft auch nur auf den Löschzug zu, die Einsätze anderer Fahrzeuge sind davon ausgenommen. Was eigentlich sehr schön aussieht, stößt bei einigen Steuerzahlern eher auf Unverständnis. „Die Stadt Dortmund muss ja doch noch viel Geld haben, wenn sie sich solche Spielereien in der Zeit leerer Kassen leisten kann“, hört man sagen. Thomas Pape kann in diesem Punkt beruhigen. Die Kosten von knapp 130,- € pro Jahr übernimmt die Firma Derwald. Als „Kunst am Bau“ sieht der Projektleiter den Turm, auf die auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten nicht verzichtet werden sollte. Jörg Prochnow Marginalie Beleuchteter Turm Optisches Highlight ist der beleuchtete Schlauchturm, der seine Farbe je nach Status des Löschzugs wechseln kann. Befindet sich der Löschzug in der Wache, leuchte der Turm grün (siehe großes Foto), bei Alarm rot, nach dem Ausrücken einige Zeit später dann blau.
Jürgen Prochnow

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