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(K)Ein Vergleich – Löschdose mit Feuerlöscher oder Äpfel mit Birne
In der Fernsehsendung „Stern TV“ am 2. Juni 2010 wurde dem Publikum eine sogenannte „Löschspraydose“ vorgeführt. Die in dieser Sendung genannten Argumente sollten den Zuschauer überzeugen, dass diese Löschdosen in jeden Haushaltsschrank passen und die üblichen Brandrisiken abdecken und gegenüber Feuerlöschern noch erheblich kostengünstiger sind. Weitere Argumente, die neben dem Kostenargument für die Löschdose zur Sprache gebracht wurden, betrafen die einfache Bedienung und die Verfügbarkeit im Haushalt.
In diesem Leserbrief sollen diese Argumente aus der Sicht eines Brandschutzexperten, Feuerwehrmannes und Familienvaters widerlegt bzw. kommentiert werden:
Löschspraydosen sind, wenn überhaupt, nur für sehr kleine Brände geeignet, die unmittelbar nach der Entstehung entdeckt werden. Doch wer steht schon dabei, wenn es anfängt zu brennen? Vielleicht am Heiligen Abend, wenn als „besondere Bescherung“ der Christbaum brennt. Versuche haben gezeigt, dass auch bei Christbaumbränden die Löschsprays nur in den ersten Sekunden nach Entzündung wirklich löschen können. Wer in der Familie stellt schon die Löschspraydose unmittelbar griffbereit neben den Christbaum?

Alltagsprodukt mit Alltagstauglichkeit?
Spraydosen sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken, sie sind als Haar-, Deo-, Rasierschaum-, Pflaster- oder Reinigungssprays im Haushalt zu finden. Der Umgang mit ihnen wird von frühester Jugend geübt. Also warum nicht auch Löschmittel in Spraydosen, um die Brandsicherheit in den Wohnungen zu erhöhen? Ist doch ein schnelles Löschen besonders wichtig! Und in Zeiten knapper Kassen sind die geringen Kosten für die Anschaffung einer Löschspraydose für den Verbraucher ein wichtiges Argument.
Heute entstehen bei einem Brand jedoch schon kurz nach der Entzündung sehr heiße und giftige Gase. Bei Bränden in Fritteusen oder anderen Fettbränden kommt es sogar zu gefährlichen Stichflammen. Aus diesen Gründen kann man sich schon nach wenigen Augenblicken oft einem entstehenden Brand nicht mehr nähern. Wir wissen aus Erfahrung, dass Sprays für die meisten Verwendungen nur eine geringe Reichweite brauchen. Leider haben auch Löschsprays im Gegensatz zu Feuerlöschern nur eine sehr geringe Reichweite. Für das sichere Funktionieren einer Löschsprühdose muss wegen des engen Sprühstrahles und der geringen Wurfweite sehr nah an den Brandherd herangetreten und sehr gezielt gelöscht werden. Die geringe Reichweite von Löschsprays bringt den unvorbereiteten Benutzer, der löschen will, auch bei Entstehungsbränden sehr schnell selbst in Gefahr. Der Hinweis in der Sendung, die Löschspraydose nur mit ausgestrecktem Arm und von der Flamme weggedreht zu verwenden, ist nicht nur praxisfremd, sondern kann auch zu starken Verbrennungen mit sehr großen Schmerzen an Händen und Unterarmen führen. Auch die Möglichkeit des unmittelbaren Einatmens von giftigen Rauchgasen zeigt, wie wichtig ein ausreichender Abstand zum Brandherd ist. Ein Feuerlöscher hat eine Reichweite von 3 bis 8 m. Damit kann ein ausreichender Sicherheitsabstand zu einem Entstehungsbrandherd eingehalten werden. Übrigens viele Entstehungsbrände gehen von elektrischen Geräten aus. Gerade bei elektrischen Anlagen und Geräten ist ein sicherer Abstand von mindestens 1 m zum Brandherd vorgeschrieben und unbedingt notwendig.
Jeder, der schon einmal an einer Löschübung mit einem Feuerlöscher teilgenommen hat, weiß: je mehr Löschmittel eingesetzt wird, desto besser ist die Löschwirkung. Viel hilft eben viel! Gegenüber den Löschspraydosen haben sie eine erheblich höhere Löschmittelreserve. Diese größere Löschmittelmenge in Feuerlöschern sorgt beim Benutzer nicht nur für mehr Vertrauen, sondern erhöht auch tatsächlich deren Sicherheit. Inzwischen gibt es auch sehr kompakte kleine Feuerlöscher, die in jeden Haushaltsschrank passen und die üblichen Brandrisiken von festen und flüssigen Brandstoffen im Haushalt sowie bei Fettbränden abdecken.
Es werden vier verschiedene Löschspraydosen angeboten. Der Verbraucher muss jetzt entscheiden, welche Variante er benötigt. Hinzu kommt, dass im Gegensatz zu normalen Spraydosen, die täglich benutzt werden, die Löschspraydose drei Jahre oder länger irgendwo herum steht. Der Verbraucher hat keine Möglichkeit, die Funktionsfähigkeit zu überprüfen, um im Brandfall tatsächlich auch löschen zu können, ohne sich in Gefahr zu bringen. Feuerlöscher haben z. B. Manometer und sind gesichert und plombiert. Die Betriebsbereitschaft kann also immer visuell kontrolliert werden. Das Löschmittel in einer Löschspraydose funktioniert nach Aussage des Herstellers nach drei Jahren nicht mehr. Es ist eine Tatsache, dass leider auch Feuerlöscher im privaten Bereich oft viele Jahre nicht instand gehalten werden. Jedoch wird ein drei bis fünf Jahre alter Feuerlöscher, selbst wenn er nicht instand gehalten wurde, mit hoher Wahrscheinlichkeit noch funktionieren.
Und auch preislich gibt es keinen klaren Vorteil der Löschdose gegenüber dem Feuerlöscher.

Nachhaltigkeit und Sicherheit
Nicht zuletzt sollte aus Gründen des Umweltschutzes vom Verbraucher auch über die Nachhaltigkeit dieser Produkte nachgedacht werden. Spraydosen sind kurzlebige Einwegprodukte. Nach drei Jahren müssen die Löschdosen entsorgt werden. Dabei entsteht ein Entsorgungsproblem. Der Inhalt der Löschspraydosen ist überwachungsbedürftiger Abfall, so werden die Löschspraydosen zu Sondermüll. Sie sind deshalb nicht nachhaltig und es darf gefragt werden: Wer wirft die Spraydose wirklich alle drei Jahre weg bzw. entsorgt sie umweltgemäß? Feuerlöscher sind jedoch sehr wohl in ihrer Verwendung nachhaltig. Sie haben eine Lebensdauer von 20 Jahren und länger. Sie sind prüfbar und können wieder gefüllt werden. Damit sind sie auch wieder verwendbar.
Und noch ein wichtiges Argument für Feuerlöscher: Sie sind seit Jahrzehnten genormt. Die Qualitätsanforderungen, die Belastbarkeit, die Löschleistung sind festgelegt und werden überprüft. Es gibt z. B. Nachweise für die Belastbarkeit und Anforderungen an das Gesamtgerät. Die Anforderungen der jetzigen Normen für Löschspraydosen liegen weit unterhalb des Niveaus. Beispiel: die Materialstärke und Stoßfestigkeit. Löschsprühdosen sind aus dünnwandigem Blech. Feuerlöscher haben einen stabileren Druckbehälter, weswegen Feuerlöscher viel mehr Sicherheit bieten.
Wie man es also auch „dreht und wendet“, die Löschspraydosen sind in keiner Hinsicht Ersatz für Feuerlöscher.
Was bleibt nach dieser Sendung und der Vorstellung einer scheinbar neuen „Wunderwaffe“ gegen Brände in den eigenen vier Wänden? Es bleiben ein fader Nachgeschmack und die Gewissheit, dass hier von den TV-Machern dem Brandschutz ein „Bärendienst“ erwiesen wurde.

Frank D. Stolt Sicherheitsfachwirt (FH), Brandschutz- und Sicherheitsexperte, Technischer Fachberater der Feuerwehr Mannheim, Lehrbeauftragter am Institut der Feuerwehr NRW, Fachbuchautor

Wer braucht die Löschsprays?

Dr. Volker Meyer, der Vorsitzende der Kampagne „Mission Sicheres Zuhause“ schrieb:

Voller Interesse lese ich die emotional geführte Diskussion auf dieser Seite. Ist das nötig? Nein, aus neutraler Sicht eigentlich nicht. Löschsprays gibt es schon seit Jahrzehnten, Einkäufer von Baumärkten können dazu lange Geschichten erzählen. Um Produktinnovationen handelt es sich zurzeit nicht, die Grundidee ist immer die alte: wässrige Schaummittellösungen gemeinsam mit Treibgas in einer Spraydose. Da Löschsprays einfach und sehr kostengünstig herzustellen und von jedermann ohne Erklärung zu bedienen sind, wird immer wieder versucht, diese Löschsprays auf dem Markt zu platzieren.

Nur, wer braucht dieses Produkt? Der gewerbliche Bereich zurzeit nicht: So wird in der Ausgabe III/10 (S. 32) der „WFV-Info“ der Einsatz von Feuerlöschspraydosen im industriellen bzw. gewerblichen Bereich für bedenklich gehalten und abgelehnt. Da es sich nicht um ein Einsatzmittel für die Feuerwehren handelt, bleibt also der private Bereich: Allerdings gibt es hierfür schon Feuerlöscher nach Europäischer Norm 3, die regelmäßigen Prüfungen unterliegen und für bestimmte Anwendungen (Brandklassen) geeignet sind. Wer einen Entstehungsbrand bekämpfen möchte, wird lieber einen Feuerlöscher wählen. Demnach kann es sich bei einem Löschspray nur um ein Nischenprodukt handeln, dass ausschließlich in der ersten Phase eines Entstehungsbrandes verwendet werden kann. Nur welcher Laie kann das einschätzen? Daher ist dieses Produkt für die Menschen interessant, die einen normalen Feuerlöscher nicht bedienen können und damit keine andere Alternative haben: Zum Beispiel Menschen, die im Rollstuhl sitzen, und einen Feuerlöscher nicht handhaben können. Allerdings empfehle ich auch hier, in Anbetracht der unübersichtlichen Marktentwicklung mit neuen Produkten (Stichwort: Löschsprays ohne Treibgas) bei Kaufabsichten momentan abzuwarten. Schauen Sie erst, was die bevorstehende Markteinführung neuer Produkte Ihnen bringt! Weitere Versuche sind erforderlich, um die Wirkung von Löschsprays und Feuerlöschgeräten zu vergleichen.

Aufgrund vieler Anfragen finden Sie auf der Website http://www.mission-sicheres-zuhause.de/feuerlöschsprays Auskünfte zum Thema Feuerlöschsprays. Ein in diesem Bereich arbeitendes Team freut sich ständig über Anregungen und neue Informationen von Ihrer Seite.

Schreiben Sie uns, herzlichen Dank!

Sicheres Verhalten im Brandfall!

Sicheres Verhalten im Brandfall! Rudolf Mark, der Geschäftsführer vom BFA Brandschutzforum Austria in Graz schrieb: Sehr geehrte Redaktion! Ich war gestern in einem Grazer Baumarkt und habe erstmals eine Feuerlöschspraydose gesehen. Überrascht vom Aufdruck „von Feuerwehren empfohlen“ habe ich mich heute auf die Recherche gemacht und bin ohne langes Suchen fündig geworden. Die mit sehr professionellen Informationen ausgestattete Internetseite www.prymos.com hat mich sehr überrascht und dann zu den redaktionellen Beiträgen und den Leserbriefen in Ihrer Zeitschrift gebracht. Ich kann beiden Herren, Goertz und Stolt, nur gratulieren und finde mich fachlich bei beiden wieder. Ich denke auch, dass man hier nicht in ganz einfacher Weise ein „Pro“ oder „Kontra“ vertreten kann, weil es sowohl für als auch gegen den Einsatz derartiger Löschsprays genügend Argumente gibt. Was ich in der gesamten Diskussion, vor allem aber als Information auf dem Spray selbst vermisse, ist, das sichere Verhalten im Brandfall! Es wird fast der Eindruck vermittelt, als wäre im Brandfall das Löschen eines Entstehungsbrandes der wichtigste Schritt überhaupt. Dem ist aber keinesfalls so! Die wichtigste aktive Handlung ist in 99 Prozent der Fälle die Alarmierung der Feuerwehr, um so rasch als möglich professionelle Hilfe zu erhalten. Auch im Sinne der Rettung von Menschenleben ist es wichtiger, zuerst die Feuerwehr zu alarmieren, als ein Löschgerät zu bedienen (ausgenommen bei Kleiderbränden, die ja doch etwas seltener auftreten). Die Hemmschwelle zur Alarmierung von Einsatzorganisationen darf nicht größer werden, als die vor dem Verwenden von Löschgeräten, denn sonst wird es meiner Ansicht nach erst recht gefährlich. Bevor in allen Haushalten ein derartiger Löschspray für den Fall der Fälle aufbewahrt wird, sollte in allen Haushalten das sichere („richtige“) Verhalten im Brandfall als wesentliche Information für den Ernstfall vermittelt werden. Ich darf diesbezüglich auch auf die Internetseite des Brandschutzforums Austria und die dortigen anschaulichen Inhalte verweisen: www.brandschutzforum.at und http://www.brandschutzforum.at/BFA/seiten/medien/plakate.htm

Pro und Kontra

Ist der Löschspray in der Dose ein Ersatz für den Feuerlöscher?

Mit diese Frage beschäftigte sich der Artikel „(Kein) Vergleich - Löschdose mit Feuerlöscher oder Äpfel mit Birnen“ im Heft 9/2010. Das Thema rief ganz unterschiedliche Reaktionen bei den Lesern hervor. Kritische Beurteilungen und Zustimmung wie auch der Hinweise zur Verwendung von Feuerlöschern über die empfohlene Prüffrist hinaus, erreichten die Redaktion schriftlich, fernmündlich und per E-Mail. Um unsere Leser im direkten Dialog zwischen PRO und KONTRA in der Findung einer Meinung zu unterstützen, ohne das jeweils 30 Tage zwischen den Veröffentlichungen liegen, wollen wir im Folgenden einige Meinungen und Standpunkte bringen.

PRO
Im Folgenden veröffentlichen wird den Leserbrief des Leitenden Branddirektors und Leiters der Feuerwehr Karlsruhe, Dipl.-Chem. Dr. rer. nat. Roland Goertz:
Unvergleichlich - Feuerlöscherspray und Feuerlöscher
Bereits in der Überschrift des Leserbriefes „(Kein) Vergleich - Löschdose mit Feuerlöscher oder Äpfel mit Birnen“ erweckt der Verfasser den Eindruck, dass er das Konzept der Feuerlöschersprays scheinbar missverstanden hat. Schade ist auch, dass offensichtlich nicht die u. a. im Internet (www.prymos.com) verfügbaren ausführlichen technischen Informationen bei der Abfassung des Leserbriefs Verwendung fanden. Es hat vielmehr den Anschein, dass er lediglich unter dem Eindruck der spektakulär inszenierten Stern-TV-Sendung geschrieben und eine gründliche Recherche unterlassen wurde. So bleibt der Verfasser mit zahlreichen bekannten Informationen über tragbare Feuerlöschgeräte und Vermutungen über Feuerlöschsprays bei einer Oberflächlichkeit, die er sicherlich gar nicht nötig hätte.
Wahrscheinlich ist bei ihm – wie auch dem einen oder anderen Zuschauer - der Eindruck entstanden, dass die klassischen Feuerlöscher durch die Feuerlöschsprays verdrängt werden sollen. Tatsächlich soll mit den Löschsprays jedoch keine Konkurrenz zu den etablierten Feuerlöschgeräten sondern vielmehr eine sinnvolle Ergänzung derselben eingeführt werden. Nicht umsonst stehen viele renommierte Kollegen der Feuerwehren den Feuerlöschsprays - unter bestimmten, unten weiter ausgeführten Bedingungen - sehr positiv gegenüber. Die Praxis der Feuerwehr zeigt, dass es zwischen dem mit Wasser gefüllten Eimer, gegebenenfalls dem Gartenschlauch und dem nassen Putzlappen, als meist ungeeignetem Löschhilfsmittel und den seit vielen Jahrzehnten bewährten Feuerlöschern eine Lücke gab, die hauptsächlich die große Zahl der Haushalte betraf. Die Situation ist in jeder Hinsicht mit der Einführung der Heimrauchmelder vergleichbar. Mit der Argumentation des Leserbriefs von Herrn Stolt, hätte man damals sagen müssen, dass nur eine vollständige Brandmeldeanlage nach DIN einen angemessenen Schutz bietet. Sollte man auf Heimrauchmelder nur deshalb verzichten, weil sie über eine Batterie betrieben werden, die ausgewechselt werden muss und die Melder nur dann auf ein Feuer hinweisen können, wenn auch jemand den Signalton des Melders hört und entsprechend reagiert? Natürlich nicht! Die vielfach anfänglich vorhandene Skepsis ist auch hier schon längst der Vernunft gewichen. Der lebensrettende Sinn und Nutzen der Heimrauchmelder steht heute völlig außer Frage. Aus hunderten von persönlichen Gesprächen mit Mietern, Wohnungs- und Hauseigentümern kann ich sagen, dass es im Bereich privater Haushalte enorme Vorbehalte gegen die Beschaffung und Anwendung von tragbaren Feuerlöschern gibt. Die Bedenken sind hinlänglich bekannt. Viele Menschen empfinden klassische Feuerlöscher zu schwer, zu unhandlich, zu bedienungsunfreundlich und letztlich in der Anschaffung und Wartung auch zu teuer. Darüber mag man sich als Brandschutzexperte ärgern und kann seinen Unmut zum Ausdruck bringen. Das ändert allerdings nichts an der Situation. Der Erfolg des Feuerlöschsprays ist zu großen Teilen genau diesem Punkt zu verdanken. Es verwendet eine Applikationstechnik, die Millionenfach mit anderem Inhalt in den Haushalten Anwendung findet. Ob als Haarspray, Deo, Reinigungsmittel, Lacke und Farben etc. Die Technik ist jedem Kind geläufig. Niemand hat Hemmungen auf den Sprühknopf einer Spraydose zu drücken!
In der Vergangenheit gab es leider nur ungeprüfte und minderwertige Feuerlöschsprays mit fragwürdigem Nutzen und sicher auch möglichen Risiken. Dies führte zu Recht dazu, dass vor einigen Jahren noch vor Gefahren bei der Nutzung von Lösch-Spraydosen gewarnt wurde. So auch z. B. unter der angegebenen Internetadresse (www.fbs-seevetal.de) wiedergegeben: „Nur Normen und entsprechende Typprüfungen garantieren das Funktionieren sowie eine verlässliche Löschwirksamkeit von brandschutztechnischen Geräten und somit die Sicherheit für die Verbraucher. Aus diesem Grund fordert der bvfa eine Normung und Typprüfung von Aerosol-Löschspraydosen in Deutschland.“ (aus Brandverhütung + Feuersicherheit - Heft 1-2/2005, der Autor). Dieser Forderung des bvfa kann ich mich voll und ganz anschließen! 
Wir sollten gemeinsam darauf achten, dass nur solche Produkte empfohlen werden und - besser noch - nur solche Produkte auf dem Markt sind, die auch eine hinreichende Sicherheit normativ nachgewiesen haben. Für einen Leserbrief im Jahr 2010 wäre es allerdings hilfreich gewesen zu erwähnen, dass die genannten Löschversuche 2005 im Auftrag der bvfa durchgeführt wurden. Im Jahr 2005 gab es die Feuerlöschsprays von „Prymos“ noch gar nicht.
Zu den technischen Details empfehle ich allen Interessierten die Durchsicht der Internetseiten des Herstellers. Dort sind zahlreiche Informationen, z. B. die Sicherheitsdatenblätter, Produktinformationen und Hinweise zu den angewandten Normen umfassend veröffentlicht, die es den Fachleuten erlauben sollten, sich ein realistisches Bild von der Sicherheit und Leistungsfähigkeit verschaffen zu können.
Mit dem Feuerlöschspray bekommen wir die Chance, viel flächendeckender als bisher ein zwar kleines, aber extrem leicht bedienbares und zudem normativ geprüftes, wirksames und leistungsfähiges Feuerlöschmittel in die Haushalte zu bekommen. Viele Fälle, in denen bei wacher Anwesenheit der Menschen ein Feuer ausbrach und trotz Wahrnehmung durch die Bewohner große Sach- und Rauchschäden bis zum Eintreffen der Feuerwehr entstanden, hätten damit verhindert oder verringert werden können. Und sie werden zukünftig damit verhindert werden.
Da bin ich sicher. Wir haben mit den Feuerlöschsprays ebenso, wie seinerzeit mit den Heimrauchmeldern, die große Chance, die Teile der Bevölkerung zu überzeugen und mit einem Löschmittel auszustatten, die nie und nimmer einen klassischen Feuerlöscher kaufen würden. Das wird unsere Gesellschaft wieder noch ein Stück sicherer machen. Diese Chance sollten wir durch zwar anfänglich übliche aber nicht hilfreiche Ängste, Befürchtungen und falsche Vergleiche nicht zunichte machen.

KONTRA
Der Autor des Artikels im Heft „(Kein) Vergleich - Löschdose mit Feuerlöscher oder Äpfel mit Birnen“ Frank D. Stolt aus Mannheim verdeutlicht im Folgenden seinen Standpunkt.

Die Dose macht´s – oder sie macht´s eben nicht?
Es ist richtig und ausdrücklich auch vom Verfasser benannt worden, dass sein Leserbrief auf dem „Hintergrund“ der medialen Breitenwirkung eben dieser „spektakulär inszenierten Stern-TV-Sendung“ geschrieben wurde, denn an dieser Sendung haben eben „renommierte Kollegen der Feuerwehren“ mitgewirkt. Die Sendung hat sehr wohl bei Zuschauern den Eindruck erweckt (erwecken wollen?), dass die klassischen Feuerlöscher durch die Feuerlöschsprays ersetzt werden können. Aus diesem Grund hat auch der Verfasser keine wissenschaftliche Abhandlung schreiben wollen. Wer von den Zuschauern hat denn die „u. a. im Internet – www.prymos.com – verfügbaren ausführlichen technischen Informationen“ eingeholt. Übrigens wurde auch in der Sendung nicht darauf hingewiesen.
Mit Recht schreibt Herr Dr. Goertz, „dass es im Bereich privater Haushalte enorme Vorbehalte gegen die Beschaffung und Anwendung von tragbaren Feuerlöschern gibt.“ Leider haben daran die vielen Aufklärungsaktionen und auch eine relativ breite Ausbildung von Berufstätigen zu betrieblichen Brandschutzhelfern u .a. mit einer praktischen Ausbildung an Handfeuerlöschern nichts ändern können. Und jetzt kommt das „Heil“ aus der Dose und verhilft dem Brandschutz zum lang ersehnten „Lösch“-Sieg? Wohl kaum!
Im Gegenteil die Verunsicherung und Ablehnung wird noch vergrößert. Die Dose macht´s? Oder sie macht´s eben auch nicht!
Spätestens mit dem Vergleich „Heimrauchmelder und Brandmeldeanlage nach DIN“ verlässt Herr Dr. Goertz nicht nur eine sachliche Diskussionsebene. Doch lassen wir Herrn Dr. Goertz in seiner schönen heilen Feuerwehrwelt! Leider ist eben bis heute „die vielfach anfänglich vorhandene Skepsis …“ nicht „schon längst der Vernunft gewichen. Der lebensrettende Sinn und Nutzen der Heimrauchmelder steht heute völlig außer Frage.“ Anscheinend sieht das in einigen Bundesländern auch der Gesetzgeber nicht so, und hat die Forderung nach Heimrauchmeldern verpflichtend ins Gesetz geschrieben. Da wäre wohl eher der Vergleich mit dem Sicherheitsgurt im Kraftfahrzeug angebracht!
Wie die Diskussion tatsächlich und eben nicht nur bei Privatpersonen läuft, zeigt die Zuschrift eines Praktikers, die mich erreichte, der in der rauen kaufmännischen Realität der freien Wirtschaft lebt. Und der nach dieser TV-Sendung als Zuständiger für den Brandschutz in einem Konzern, sofort angesprochen wurde.
Die gerichtliche und außergerichtliche Praxis der Brandursachenermittlung zeigt, dass sich bedingt durch die veränderten Brandszenarien heute in vielen Fällen oft die Frage der Entscheidung „zwischen dem mit Wasser gefüllten Eimer, gegebenenfalls dem Gartenschlauch und dem nassen Putzlappen, als meist ungeeignetem Löschhilfsmittel und den seit vielen Jahrzehnten bewährten Feuerlöschern“ gar nicht mehr stellt, weil es nur noch darum geht, möglichst schnell mit dem „nackten“ Leben zu entkommen. Das glücklicherweise heute in immer mehr Fällen Dank Heimrauchmeldern auch gelingt! Da bleibt meiner Meinung nach für „Dosen-Experimente“ im wahrsten Sinne des Wortes „keine Zeit!“
Leider gibt es in der Erwiderung auf meinen Leserbrief außer Hinweisen auf umfangreiche Herstellerdokumentationen, Sicherheitsdatenblätter, Produktinformationen und Hinweisen zu den angewandten Normen, keine Auseinadersetzungen mit den vom Verfasser angesprochenen Problemen bei der Anwendung von Löschspray. Denn ein Löschspray ist eben doch nicht nur ein Haarlack-, Farb- oder Deospray und es soll eben auch nicht gegen „Wind und Wetter um 12.00 Uhr in New York“ oder bei „einsam machenden Körpergeruch“ eingesetzt werden. Kein Wort zu Wurfweiten, Löschleistung, Löschdauer etc. und den damit verbundenen möglichen Gefahren für Leib und Leben von „Lösch-Laien“.
Aus unzähligen Ermittlungs- und Gerichtverfahren weis der Verfasser, dass bis heute im Bereich von Industrie, Handel und Gewerbe „immer noch enorme Vorbehalte gegen die Beschaffung und Anwendung von tragbaren Feuerlöschern gibt!“
Herr Dr. Goertz spricht vom „Erfolg des Feuerlöschsprays“. Da muss am Verfasser eine Entwicklung vorbei gegangen sein. Woran macht den Herr Dr. Goertz den fast schon beschwörend klingenden „Erfolgt des Löschsprays“ fest?
Auch der Verfasser sieht für bestimmte Einsatzbereiche durchaus die Chancen für Löschsprays – etwa die Polizei und andere Personengruppen, die jedoch im Umgang mit den Spraydosen trainiert werden. Noch einmal - der Lesebrief wollte nicht mit „Befürchtungen und falschen Vergleichen“ die Chancen für den Einsatz von Löschspray zunichte machen. Allerdings sollte er zur Versachlichung und einer „nüchterneren“ und weniger „reißerischen“ Diskussion den Anstoß geben. Und diese Ziel scheint ja erreicht – zu mindestens was die Diskussion angeht.
Und so bleibt Herr Dr. Goertz „mit seinen Argumenten bei einer Oberflächlichkeit, die er sicherlich gar nicht nötig hätte.“ Es verwundert darum nicht, dass am Ende seines Briefes nur beschwörend die „Sicherheit unserer Gesellschaft“ anruft. Naja, vielleicht gehts auch etwas kleiner. Vielleicht haben jedoch demnächst „flächendeckend“ unsere Frauen in den „unendlichen Weiten“ ihrer Handtaschen und die nicht (mehr) rauchende Männer anstatt eines Feuerzeuges eine Löschspraydose parat?

Prymos Brandschutz GmbH

Der Geschäftsführer von Prymos Brandschutz GmbH, Peter Holzamer, schrieb zum Leserbrief des Herrn Frank Stolt in Ausgabe 09/2010:
Sehr geehrte Damen und Herren der Redaktion, meines Wissens habe ich noch keinen Leserbrief an solch prominenter Stelle gelesen, der einen noch gar nicht erschienen Artikel vorwegnimmt. Sei's drum, in diesem Fall scheint jemand etwas sehr Wichtiges zu einem besonderen Thema mitteilen zu wollen.
Treffsicher macht der Autor zu Beginn seiner Ausführungen darauf aufmerksam, dass Feuerlöscher für Entstehungsbrände nur für die Brände geeignet sind, „die auch entdeckt werden". Welche Christbaumversuche der Autor wann mit welchen „Löschsprays" unternommen hat, bleibt sein Geheimnis wie auch die Antwort auf die Frage, welcher Ghostwriter sich Herrn Stolt bedient hat. Dass das Prymos Feuer Löscher Spray eine sehr geringe Reichweite/Wurfweite (0,5 -1 Meter) habe, entlarvt Herrn Stolt als einen Tester, der einen Leserbrief unter dem Anstrich des seriösen Kritikers schreibt, ohne das betreffende Produkt ausprobiert zu haben.

Wenn der Autor „3-8 Meter Reichweite als ausreichenden Sicherheitsabstand zum Entstehungsbrandherd" qualifiziert und bei ausgedehnten Tests nicht bemerkt haben möchte, dass Prymos „Löschdosen" eine Reichweite/Wulfweite von rd. 4 Metern aufweisen, was ausreichen sollte, auch den längsten Unterarm vor starken Verbrennungen zu bewahren und das Einatmen von giftigen Rauchgasen auf jenes Maß zu beschränken, welches auch EN-3 Nutzern zu Teil werden könnte, dann kann etwas nicht stimmen.
Dass ein 3kg oder 6 kg EN-3 Löscher die überaus besseren Löschwerte und -ergebnisse produziert, hat niemals jemand bestritten oder auch nur angezweifelt, schon gar nicht Herr Professor Ries in der SternTV Sendung vom 02.06.2010. Im Gegenteil, selbstverständlich hat der Frankfurter Feuerwehrchef im Verlauf der Sendung explizit darauf hingewiesen, dass man als erste Wahl einen 3 kg Schaumlöscher für zu Hause anschaffen solle, jedoch, wenn man diese Möglichkeit nicht in Betracht ziehen möchte, durchaus mit einem solchen MPA- und GS-geprüften Feuer-Löscher-Spray wenigstens die kleine Lösung ins Haus holen kann, um einen Entstehungsbrand zu bekämpfen.
Man merkt dem Autor, der sich als Brandschutz- und Sicherheitsexperten sowie technischem Fachberater der Mannheimer Feuerwehr vorstellt, deutlich an, dass es ihm weniger darauf ankommt, sachliche Argumente für und wider das Löschspray abzuwägen, als mit Halb- und Unwahrheiten Augenwischerei zu betreiben. Das ist schade, denn selbstverständlich haben Löschsprays, insbesondere wenn sie keine Löschleistungsnachweise und Produktzertifizierungen aufweisen können, auch Nachteile, die man diskutieren und richtig einordnen sollte.
Hierzu kann und soll der „Leserbrief" dennoch einladen.
Mit freundlichen Grüßen
Peter Holzamer
PRYMOS GmbH
Gerbeimühlstraße 9
60594 Frankfurl/Main

Pro und Kontra

Simon Schmeisser, ein selbständiger Brandschutzbeauftragter und Sachverständiger im Brandschutz aus Ketsch (BW) äußert sich zum Thema Anwendung von Feuerlöschern und die Unterstützung der Feuerwehrkreise für die Löschdose.

Feuerlöscher ohne Wartung – Werbung für Löschspray
Der Hinweis von Herrn Stolt das Feuerlöscher auch funktionieren die nicht gewartet wurden, möchte ich widersprechen. Vom Einsatz von Feuerlöschern die nicht gewartet sind, ist grundsätzlich abzuraten. Je nach Einflüssen (z. B. Witterungseinflüsse, Beschädigungen etc.) kann der Gebrauch lebensgefährlich sein. Es kam in der Vergangenheit schon zu diversen schweren Zwischenfällen, so wurde bei einem Zwischenfall auch ein Feuerwehrmann getötet. Als ein nicht gewarteter Feuerlöscher bei Aktivierung geborsten ist. Daher sollten ausschließlich nur Feuerlöscher eingesetzt werden die entsprechend gewartet und in einem optisch einwandfreien Zustand sind.
Feuerlöscher müssen regelmäßig (mind. alle 2 Jahre) durch eine sachkundige Person gewartet werden. Neben der Wartung sollten im Rahmen der Brandschutzkontrolle (z. B. vom Brandschutzbeauftragten, Fachkraft für Arbeitssicherheit etc. in Betrieben/Einrichtungen) Feuerlöscher auf Beschädigungen (z. B. abgerissene Plombe, Beschädigungen an Bestandteile vom Feuerlöscher, Dellen etc.) geprüft werden. Werden beschädigte Feuerlöscher festgestellt, sind diese auszutauschen. Zum Thema Löschspray, stimme ich Herrn Stolt zu. Es ist definitiv kein Ersatz für Feuerlöscher.
Was mich persönlich nachdenklich macht, ist die Rolle des Deutschen Feuerwehrverbands (DFV) hierbei. Herr Stolt bezeichnet es in seinem Artikel als ein Bärendienst der TV-Macher für den Brandschutz. Das denke ich persönlich nicht. Der Bärendienst wird hier vom DFV geleistet, der einseitig und umfangreich ein solches Löschspray bewirbt und vertreibt.

Sicherheitsreserven fehlen

Leider fehlen diesem Produkt Sicherheitsreserven in der Form von Löschmittel. Sehr oft kommt es vor das ein vermeintlich gelöschtes Feuer sich doch nochmal entfacht und dann stünden mit diesem Mikrolöschgerät kein Löschmittel mehr bereit.

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