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Sturmtief „Norina“ verwüstete Norddeutschland

13. Juli 2010

Zwei Menschen starben in dem Unwetter

Die Feuerwehr aus Nordhorn im nordwestlichen Zipfel von Niedersachsen hatte gestern (12. Juli 2010) weit über 200 Einsätze zu bewältigen, etwa 100 Einsatzkräfte waren im Dauereinsatz. Neben einem sehr hohen Sachschaden waren Verletzte und auch ein Todesopfer in der Kreisstadt zu beklagen.

Das schwere Unwetter das im Nordwesten Deutschlands tobte hat insgesamt zwei Todesopfer und viele Verletzte gefordert. Über der Helgoländer Düne wütet ein Tornado und in NRW brach der Bahnverkehr zusammen. Es kam sehr plötzlich aber dafür mit umso mehr Kraft.
Sturmtief Norina hatte weite Teile des Landkreises Grafschaft Bentheim (NI) extrem verwüstet.
Um etwa 13.15 Uhr liefen die ersten Notrufe bei der Feuerwehr- und Rettungsleitstelle des Landkreises in Nordhorn auf. Zuerst beschränkten sich die Schäden auf den südlichen Teil des Landkreises, mit den Städten Bad Bentheim und Schüttorf. Etwa eine viertel Stunde später traf der Gewittersturm auch die Stadt Nordhorn mit voller Wucht. Etliche Bäume wurden durch die extremen Winde entwurzelt und stürzten auf Straßen und Häuser und richteten dabei einen enormen Sachschaden an. Blitze schlugen in Firmen ein und verursachten einen großen Schaden an der Elektrik. Die Feuerwehr war mit allen Fahrzeugen seit Beginn des Unwetters im Einsatz. Bis 17.00 Uhr wurde sie zu etwa 150 Einsatzstellen gefordert. Der DRK Ortsverein Nordhorn sowie das THW Nordhorn unterstützt die Wehr seit etwa 15.00 Uhr in der Logistik des Großeinsatzes. Zu diesem Zeitpunkt waren noch etwa 120 Einsätze im gesamten Stadtgebiet abzuarbeiten. Im Nordhorner Stadtteil Oorde konnte sich eine Frau nicht rechtzeitig vor einem herabstürzenden Baum in Sicherheit bringen. Der umgehend anrückende Rettungsdienst konnte nur noch den Tod der Frau feststellen. Das Handynetz diverser Anbieter brach im Großraum Nordhorn völlig zusammen, auch dies machte den helfenden Kräften das Leben schwer. Der Straßenverkehr in der Stadt kam durch die umgestürzten Bäume auf den Hauptverbindungsstraßen Nordhorns fast zum erliegen. Die B 403 zwischen Nordhorn und Neuenhaus war für lange Zeit vollständig gesperrt.
Erst nach 18.00 Uhr entspannt sich die Lage langsam. Immer noch trafen jedoch Notrufe bei der Rettungsleitstelle und direkt im Feuerwehrhaus Nordhorn ein. Die Anzahl der noch ausstehenden Einsatzorte nahm nur sehr langsam ab. Die Feuerwehr hatte sich Hilfe von der Stadt geordert, mit Material und besonders Kettensägen.
Die Kameraden arbeiteten die aufgelaufenen Anrufe chronologisch ab, die Einsätze zogen sich jedoch noch bis in die Nacht hin. Die Feuerwehr und das Technischen Hilfswerk der Stadt arbeiten an einigen Einsatzstellen gemeinsam. Für die Verpflegung sorgte bereits seit einigen Stunden der DRK-Ortsverein der Stadt.
Insgesamt dauerte das Unwetter etwa eine Stunde, doch die Aufräumarbeiten der Feuerwehr werden sich noch Tage hinziehen. Die Zusammenarbeit der helfenden Kräfte der Feuerwehr, des Technischen Hilfswerks, der Polizei, des DRK und der Stadt Nordhorn lief hervorragend. Hier hat sich das jahrelange gemeinsame trainieren einmal mehr im Ernstfall bewährt.
Holger Schmalfuß
Foto: Schmalfuß

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